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Ziegeleiverein

Ziegelei ist Naturerlebnisraum

Die ehemalige Ziegelei Borg­wedel ist seit dem 9. September der 50. Naturerleb­nisraum Schleswig-Holsteins. Die Kulturbeauf­trag­te des Ministerpräsidenten Caroline Schwarz über­reichte die Anerkennungsurkunde an Bürgermeis­ter Uwe Jensen. Das rund zwölf Hektar große Ge­lände, unmittelbar an der Schlei gelegen, soll Kul­tur- und Naturerlebnisse vermitteln. Auf zwölf In­formationstafeln werden die Geschichte der Ziege­lei und die Entwicklung der Natur dargestellt.

Es war ein Sommerfest für die Gemeinde­ und für viele Gäste. Wo einst die Ziegeler unter nicht immer einfachen Bedingungen arbeiteten, saßen rund 150 Besucher, freuten sich über das große Kuchenbüfett, für das viele Stexwiger und Borg­wedeler gebacken hatten, und ließen sich von den beschwingten Rhythmen der Haddebyer Jugend­bläser mitreißen.

Knapp eine Stunde des nachmittäglichen Festes gehörte den Rednern. Bürgermeister Jensen be­grüßte neben Caroline Schwarz auch die Land­tags­abgeordneten Holger Astrup und Johannes Callsen, den Amtsvorsteher Ralf Feddersen, den Vorsit­zen­den der Lenkungsgruppe LEADER+, Hans-Werner Berlau, den Schleswiger Bürgermeister Thorsten Dahl, den Projektleiter Dietmar Ulbrich und den Zie­geleichronisten Manfred Tönsing. Einen Gast hob Jensen besonders hervor: Ehren­bürgermeister Heinz Schuster. Er hatte in den 70er Jahren mit seiner Bürgerinitiative den auf dem ehe­maligen Ziegeleigelände geplanten Ferienpark mit 460 Appartements verhindert. In seiner Zeit als Bür­germeister kaufte die Gemeinde später das Gelände. 

Es gab am Nachmittag gleich mehrere Ereignis­se zu würdigen. Caroline Schwarz über­reichte nicht nur die Anerkennungsurkunde, son­dern brachte auch einen Antrag auf Gewährung einer Zuwen­dung für Naturerlebnisräume mit. Damit könnten weitere Erlebnispunkte in Angriff genommen wer­den, sagte sie und regte an, Ange­bote für Kinder und Jugendliche zur Lehmziegel­herstellung ein­zu­richten. Bürgermeister Jensen und der Vorsit­zen­de des Vereins zur Betreuung und Pflege des Naturer­lebnisrau­mes Horst-Peter Junge mit seinem Stell­vertreter Uwe Philipp, unterzeichneten denVertrag zur Übergabe des Geländes an den Verein und Zie­geleichronist Manfred Tönsing überreichte das ers­te Chronikheft zur Ziege­lei­ge­schich­te. Der Projekt­planer Dietmar Ulbrich berichtete nicht nur über die drei Jahre von der ers­ten Idee bis zur Umset­zung. Er zeigte weiter Ideen auf, wie es mit dem Naturerlebnisraum weiter­gehen könnte. So könnten die Dimen­sionen der alten Trockenschuppen sicht­bar gemacht werden, indem auf den noch vorhan­de­nen Fundamenten Kunstobjekte errichtet wür­den.

Dass sich der ehemalige Trockenschuppen und auch das Gelände davor schon jetzt zur Präsen­ta­tion von Kunst eignen, zeigte am Nachmittag der in Borgwedel wohnende Künstler Reinhard Musik mit seinen Werken, darunter kleine Skulpturen aus Ziegelfehlbränden, gesammelt am Schleiufer vor Borgwedel.