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Ver. zur Betreuung des Naturerlebnisraums Ziegelei

Chronik

Mit der Geschichte der Ziegelei Borgwedel legt die Chronikgruppe des Ortskulturringes ihren ersten Band einer Chronikreihe für die Gemeinde Borgwedel vor. Weitere Themen sollen folgen.
In der Chronik werden die Geschichte des Ziegels und seiner Herstellung in Borgwedel im Wandel der Zeit beschrieben, Zeitzeugenberichte geben Auskunft über die Menschen, die als Ziegler in Borgwedel gearbeitet haben, über ihre Versorgung und Unterkünfte.
Der Betrieb wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und in den Jahren 1952-53 stillgelegt; die Tonvorkommen waren erschöpft. Er gehörte zu den zahlreichen Ziegelwerken an der Schlei und ist daher regionaltypisch bedeutsam.     Das Chronikheft kostet  5 Euro und ist bei Manfred Tönsing, Schleikoppel 4, Tel. 04621-200433 zu kaufen.

Die eiszeitlich bedingten Tonvorkommen und die günstige Verkehrslage an der Schlei waren gute Voraussetzungen; cirka vier Millionen Ziegelsteine aus Borgwedel fanden auf Prähmen (Segelschiffe) und später Dampfschiffen ihre Absatzmärkte in Schleswig, Eckernförde, Kiel-Friedrichsort, in England und im baltischen Raum. An dem Beispiel der Borgwedeler Ziegelei lässt sich die Ziegeleigeschichte daher beispielhaft für die Schlei-Region darstellen und für touristische Aktivitäten aufbereiten.
Auf den Informationstafeln geben Zeitberichte Auskunft über die damalige Arbeit, über Ziegelherren, Wanderarbeiter und Strafgefangene. „Wir dienen Dir als Sklave auf dieser Ziegelei, wenn andere Leute schlafen, ist unsere Nacht vorbei“, hieß es in dem Ziegellied. Neben Facharbeitern aus Lippe-Detmold arbeiteten Ortsansässige, Wanderarbeiter aus der Region und aus Dänemark sowie Gefangene aus der damaligen Strafanstalt Glückstadt.

Ein Kapitel befasst sich mit der Ziegelei als Kriegsgefangenenlager. Im April und Mai 1945 wurde die Ziegelei für kurze Zeit zur Unterbringung von 1600- 2000 russischen Kriegsgefangenen genutzt. „Die Hölle von Borgwedel“ nannten später die britischen Besatzer diese Zeit.

Manfred Tönsing aus Stexwig, Vorsitzender des Ortskulturringes, hat sich im Rahmen der Chronik-Gruppe sehr intensiv mit der Geschichte der Ziegelei beschäftigt und die in diesem Band veröffentlichten Dokumente zusammengetragen. Sie bildeten auch die Grundlage für viele Informationen auf den Tafeln im Naturerlebnisraum.