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600-Jahr-Feier in Stexwig

Eröffnungsrede des Bürgermeisters

Bürgermeister Uwe Jensen

Donnerstagabend, 24. Mai, Eröffnung der Festveranstaltung zur 600-Jahr-Feier des Dorfes Stexwig

durch Bürgermeister Uwe Jensen:

 

Liebe Gäste!

600 Jahre seit der ersten Erwähnung des Ortes Stexwig im Jahre 1412. Was geschah in dieser Zeit und was wird kommen?

 

Ute Drews, Leiterin des Wikinger-Museums Haithabu und Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim

Herr Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, den ich herzlich begrüße, wird dazu gleich Einiges zu berichten wissen, vor allem aus der Zeit vor 1412 von dem Sperrwerk vor unserem Festplatz in der Schlei. Ein herzliches Willkommen auch an Ute Drews, der Leiterin des Wikinger-Museums Haithabu.

Von unseren 600 Jahren haben einige unter uns immerhin schon ein Zehntel miterlebt. Sie kennen noch das alte Bauerndorf mit den großen Höfen, Pferd und Wagen und wie die Bauern hinterm Pflug hergingen und Heu und Stroh mit dem „Punnerboom“ befestigt wurde. So war es Jahrhunderte lang hier in Stexwig.

Der Wandel begann in den 60/70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts, mit den Neubaugebieten, den Wochenendhäusern, der Umsiedlung der Bauernhöfe, dem Bau der Segelhäfen.

Neun Sechzigjährige aus den vergangenen Zeiten könnten die Zeit mit ihren Erinnerungen abdecken. Was könnten sie alles erzählen? Zum Beispiel von der Pest, die auch bei uns immer wieder wütete. Genau vor 600 Jahren starb die dänische Königung Margarete I. in Flensburg an der Pest.

Die Priörin des St. Johannis-Klosters, Frau Henny von Schiller

Sie könnten erzählen, dass das Land Jahrhunderte dem St. Johannis-Kloster gehörte und wie sie es als Pächter in mühsamer Arbeit bewirtschafteten, bis sie es im 19. Jahrhundert erwerben konnten. Heute ist die Priörin des St. Johannis-Klosters, Frau Henny von Schiller, unter uns. Ein herzliches Willkommen in Stexwig, Frau von Schiller.

Die Sechzigjährigen früherer Zeiten könnten erzählen von den ewigen  kriegerischen Auseinandersetzungen um das Herzogtum Schleswig,  die unsere Gegend damals geprägt haben, bis wir endlich, und das ist noch nicht lange her, ein friedliches Miteinander in diesem Grenzraum gefunden haben.

Auch um 1412 gab es solche Auseinandersetzungen zwischen dem dänischen Königsreich und den Schauenburgern aus Holstein. Schließlich wurde der Schaumburger Herzog Adolf VIII vom dänischen Köig mit dem Herzogtum Schleswig belehnt. Schleswig und Holstein gehörten weiterhin zu verschiedenen Reichen, aber unter demselben Herrscher vereint. Doch bald danach gab es wieder Streit um die Erbfolge. Im Vertrag von Riepen 1460 „Op ewig ungedeelt“ wurde König Christian I von Dänemark von den schleswig-holsteinischen Räten zum Landesherrn über Schleswig-Holstein gewählt. Eine komplizierte politische Geschichte erlebten unsere Vorfahren. Ob sie alles mitbekommen haben? Ein Zitat des englischen Premierministers Temple im 19. Jahrhundert: „Nur drei Menschen haben die schleswig-holsteinische Geschichte begriffen: Prinzgemahl Albert, der ist tot. Ein deutscher Professor, der ist wahnsinnig geworden. Und ich, nur habe ich alles darüber vergessen.“

Heute sind die politischen Strukturen etwas überschaubarer. Einige Repräsentanten unser demokratisch gewählten Vertreter sind heute Abend unter uns. Ich begrüße die Landtagsgeordnete Birte Pauls, Herrn Landrat Dr. Wolfgang Buschmann, der erst heute Vormittag in sein Amt angetreten hat und bei uns seinen ersten öffentlichen Auftritt haben wird. Ich begrüße den Kreistagsabgeordneten Thiessen und den Amtsvorsteher  und Bürgermeister aus Busdorf Ralf Feddersen und für die Stadt Schleswig den stellvertretenden Bürgermeister Neubauer.

Herzlich willkommen auch die Bürgermeister aus dem Amt Haddeby, Manfred Hatwig als Lottorf, Johannes Meggers aus Geltorf, Hermann Büll aus Dannerwerk, Frank Ameis  aus Fahrdorf, der stellvertretende Bürgermeister Johannes Voß aus Selk und Claus-Dieter Truberg aus Jagel. Aus unserer Nachbargemeinde Güby ist Bürgermeister Manfred Pohl gekommen. Auch er feiert wie die Selk mit seinem Dorf in diesem Jahr das 600jährige Jubiläum. Für den Schulverband Fahrdorf Borgwedel deren Vorsitzenden Rüdiger Schulz und für die Feuerwehr Amtswehrführer Malte Simonsen.

Herzlich willkommen auch die Vertreter vieler Einrichtungen, mit denen die Gemeinde gute Kontakte pflegt. Für die Kirchengemeinde sind vom Vorstand das Ehepaar Baumann aus Borgwedel gekommen, für die Bundeswehr Kommodore Knittelmeier und Oberstabsfeldwebel Neas, für den Wasserverband Treene die Herren Görrisen und Thiesen, für die Stadtwerke Schleswig Wolfgang Schoofs, für die Holmer Fischer Harald Ross und Lorenz Fischer.

Und vor allem die Bordler und Stexer, die seit 1938 zusammengehören. Im nächsten Jahr feiern wird den 75. Hochzeitstag.

Darum feiern wir an diesem Wochenende gemeinsam, auch wenn Borgwedel erst später das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, und zwar 1575.

Begrüßen möchte ich auch die Gemeindevertreter und die Mitglieder des Kulturausschusses. In einer  Vielzahl von Sitzungen haben die Ausschussmitglieder gemeinsam mit den Vertretern der Vereine und der Feuerwehr diese Festtage vorbereitet. Ein besonderen Dank dafür stellvertretend für alle an den Ausschussvorsitzenden Hans-Heinrich Brammer und den Wehrführer Thomas Rühs.

Und ein herzliches Dankeschön an unseren Dorfchronisten Manfred Tönsing. Er hat nicht nur viele Ideen eingebracht, sondern auch die Festschrift erarbeitet. „Manfred , du hast zwar nicht die Urkunde „entdeckt“, wie die Schleswiger-Nachrichten in einer Unterzeile schrieb. Sie ruht schon lange im Landesarchiv und wird schon lange in Laur’s Ortsnamenlexikon  erwähnt, aus dem die Gemeinden ihre Jubiläumsjahre ablesen können. Aber du hast für eine Übersetzung gesorgt, so weit es ging, die in der Festschrift abgedruckt ist mit Informationen über das historische Umfeld.“ Manfred Tönsing wird am Abend diese Chronik des Dorfes Stexwig vorstellen.

Ich freue mich auf die Festtage. Essen und Trinken sind an diesem Abend frei.